Angeborene Faktoren:
Man sollte meinen, dass Babies ohne besondere Vorlieben auf die Welt kommen, aber es gibt auch die Meinung, dass der Geschmack bereits im Bauch der Mutter disponiert wird. Alle Babies und kleine Kinder lieben süße Lebensmittel. Man muss sich nur den glücklichen Gesichtsausdruck ansehen, wenn sie in den ersten Tagen ihres Lebens gesüßtes Wasser bekommen. Schmeckt das Wasser hingegen bitter, verziehen sich das Gesicht oder beginnen zu weinen. Die Vorliebe für süßes kann mit dem älter werden weniger werden, bleibt aber dennoch in einem gewissen Maß vorhanden. Wie entwickelt sich bei den Kleinen der Geschmack, ist er angeboren oder erworben? Wissenschaftlich wird vermutet, dass eine Vorliebe für süßen Geschmack zu unserer Überlebensstrategie gehört, da die natürlich vorkommenden süßen Lebensmittel wie Früchte und Honig, die unseren Vorfahren zur Verfügung standen, die Energiespender waren. Bitterer Geschmack dagegen wird von Säuglingen abgelehnt. Dies beruht vermutlich auf der Tatsache, dass viele giftige Substanzen bitter schmecken. In unserer Ahnenkette konnten langfristig nur diejenigen Menschen überleben, die diese bitteren Stoffe gemieden haben.
Babies und Kleinkinder bevorzugen Süßes. Dennoch soll die Ernährung der Mutter Einfluss auf die Geschmackvorlieben haben, zumindest dahingehend, dass ein Fötus im Mutterleib unterschiedliche Geschmacksrichtungen kennenlernen kann. Je nach Ernährung der Mutter schmeckt das Fruchtwasser süß, salzig, bitter oder sauer. Babies sollen mehr vom Fruchtwasser trinken, je süßer es ist.
Aber dennoch ist auch mit einer Vorliebe nach Süßem nach der Geburt hinsichtlich des Geschmacks alles möglich. Vorlieben und Abneigungen entwickeln sich trotz der angeborenen Geschmacksrichtung mit dem, was der wachsende Mensch zu essen bekommt und während er essen lernt. Mit Beginn der Beikost werden die weiteren Weichen gestellt. Der Geschmack wird ein Leben lang (neu?) erlernt! Das ist daran zu erkennen, dass es Menschen gibt, die irgendwann den bitteren Geschmack bevorzugen. Andere wollen Nahrungsmittel, die so scharf gewürzt sind, dass sie einem Mund und Darm verbrennen und Tränen in die Augen treiben.
Mögen Sie immer noch denselben Geschmack von Süß verglichen zu dem in Ihrer Kindheit? Mögen Sie bitteren oder scharfen Geschmack? Können Sie sich daran erinnern, wann diese Veränderung angefangen hat?
Von Natur aus haben wir alle Interesse an neuen Nahrungsmitteln. Gleichzeitig neigen wir zur Vorsicht sie zu versuchen. Normalerweise tastet man sich langsam an einen unbekannten Geschmack heran. Wir versuchen unbekannte Gerichte, aber deswegen sind sie noch nicht zur Gewohnheit geworden. Erst Dauer und Regelmäßigkeit verändern die Geschmacksvorlieben. Probieren Sie es aus. Wer von dem üblichen Frühstück mit Brötchen, Butter und Marmelade zu einem vollwertigen Shake und Tee wechselt, mag beides bald nicht mehr missen.