10.

Dezember

2015

Weihnachtszeit

Schon wieder ist es soweit. In den Städten werden die Weihnachtsmärkte aufgebaut, die Lichterketten aufgehängt und wir wissen, die Weihnachtszeit ist gekommen. „Äpfel, Nuss und Mandelkern – essen alle Kinder gern“, heißt es in einem alten Sprüchlein an den Nikolaus. Eigentlich sollte man sich auf die weihnachtlichen Leckereinen freuen, die unwiderstehlich werden, wenn überall die Aktivitäten für die Weihnachtsbäckerei starten und der Duft nach Zimt und Vanille, Nelken, Piment, Muskat, Kardamom und Anis hinzukommt. Warum wir in der Weihnachtszeit Plätzchen backen und uns Geschenke machen, weiß niemand so ganz genau. Lange Jahrhunderte hindurch waren die Wochen von Ende November bis zum Christsonntag von vierzigtägigem Fasten bestimmt. Das wurde allerdings nicht beibehalten und wurde auf ein eintägiges Fasten auf den Tag vor Weihnachten begrenzt. Daran erinnert heute noch der Weihnachtskarpfen oder andere Fischgerichte, die nach der Tradition am 24. Dezember, dem letzten Fastentag, aufgetischt werden.
Mit dem Backen von Adventsgebäck wurde traditionell am 25. November begonnen, dem Tag der heiligen Katharina: „St. Kathrein stellt den Tanz ein“. Im polnischen Torun entstand zuerst das legendäre Gebäck der „Thorner Katharinchen“. Der Pfefferkuchen wird aus Mehl, Honig und orientalischen Gewürzen wie Nelken, Kardamom und Zimt angesetzt und einige Wochen später gebacken. Das Originalrezept ist geheim. Am Nikolaustag, dem 6. Dezember, wurden dann die ersten Lebkuchen und bis dahin gebackene Spekulatius verteilt. Spekulatiusgebäck wird in Gedenken an Nikolaus, den Bischof von Myra, verbreitet. Der Legende nach opferte Nikolaus den Kirchenschatz, um die von Seeräubern belagerte Stadt Myra freizukaufen und der Bevölkerung wieder Brot zu geben. Das Spekulatiusgebäck ist stellvertretend für das Brot.
Häufig verbinden wir schöne Kindheitserinnerungen mit dem Kneten von Teig Ausstechen von Keksen oder verzieren von Plätzchen. Es gibt inzwischen unzählige Vorschläge für Weihnachtsplätzchen die sehr von den ursprünglichen und traditionellen Rezepten abgewandelt sind. Das macht manchem sicher sehr viel Freude, wir sollten aber insgesamt darauf achten, dass wir genügsam und sinnvoll mit den unwiderstehlichen Versuchungen umgehen.