Kulturelle Faktoren:
Nach der letzten Nahrungsaufnahme kommt irgendwann der Hunger. Der Magen fühlt sich leer an und die Gedanken kreisen immer mehr ums Essen. Bei der Vorstellung von schmackhaften Gerichten beginnt im Mund der Speichelfluss. Aber was mögen wir eigentlich?
Der Geschmack entwickelt sich zusammen mit den Gewohnheiten, mit denen ein Kind aufwächst. Die Herkunft eines Menschen erweist sich als bestimmend für die Geschmacksvorlieben. Unterschiedliche Gruppen in verschiedenen Ländern haben ihre Gerichte aufgrund von ursprünglich nur regional verfügbaren Lebensmitteln und sozialen Faktoren entwickelt und demzufolge wird in jedem Land mit unterschiedlichen Vorlieben gekocht. So bekommt ein Asiate natürlich ganz andere Sachen zu essen als ein Kind aus Europa und Deutsche haben andere Gerichte oder bereiten diese anders zu als Italiener. Die Zubereitung unterscheidet sich selbst regional stark. So kennt jedes Kind in Deutschland Eier – aber mit grüner Soße essen sie eigentlich nur die Frankfurter. Und schließlich wird es dieses oder jenes Gericht geben, das ganz typisch für die Heimat ist und deshalb besonders beliebt. Oder auch spezielle Rezepte, die es nur in der eigenen Familie gibt. Der Geschmack ist ein Lernprozess mit kulturellem Hintergrund.
Wirklich? Prinzipiell schon, aber der Geschmack und die Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel können sich ändern. Eindeutig war dies daran zu erkennen, als Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft nach Amerika auswanderten. Obwohl die Menschen ferner Länder meist ihre eigene Esskultur mitbrachten, haben sie gerne zusätzlich oder überhaupt die amerikanische Küche – oftmals Fastfood – angenommen mit den entsprechenden negativen Folgen für Figur und Gesundheit. Diese westliche Ernährungsweise hat sich weltweit ausgebreitet und wir haben sie selbst seit nun schon langer Zeit, ebenso mit Folgen für Figur und Gesundheit. Viele von uns verzehren die Lebensmittel nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form, sondern industriell verändert und angereichert mit raffiniertem Zucker und frittiert in Öl. Im Zuge der industriellen Herstellung gehen oftmals viele wichtige Mikronährstoffe verloren und wir nehmen Kalorien auf, die uns belasten. Zucker zum Beispiel, der aus Zuckerrohr und Zuckerrüben gewonnen wird. Einzelne Schritte von raffiniertem Zucker aus Zuckerrüben sind Waschen und Schnitzeln, Saftgewinnung, Reinigung des Saftes, Eindampfen, Kristallisation und erneute Reinigung und dann haben wir den Weißzucker. Früher war Zucker eine Kostbarkeit, heute sehen wir ihn als billiges Nahrungsmittel an. Zucker wird heute in großen Mengen industriell aus Maisstärke hergestellt. Den Lebensmitteln wird häufig überreichlich Zucker zugesetzt. Von Kind auf gewöhnen wir uns an den süßen Geschmack und bevorzugen später gesüßte Gerichte. Wir sollten uns dabei aber immer noch die Frage stellen, ob alle weiteren für den menschlichen Körper notwendigen Nährstoffe auch gleichzeitig in unserer täglichen Ernährung oder dem jeweiligen Gericht enthalten sind.

Ernährung, die Interaktion zwischen einem lebenden Organismus und seiner Nahrung. Die Ernährung ist die Summe von verschiedenen Prozessen, durch die ein lebender Organismus Material aus seiner Umwelt aufnimmt und sie dazu benutzt, um seine eigenen lebenswichtigen Aktivitäten zu ermöglichen. Das Material sind die Nährstoffe, eine spezifische Substanz, die vom Körper in einer Vorform und in ausreichender Menge aufgenommen werden muss, damit sie dem Bedarf des Körpers für Wachstum, Reproduktion und Erhalt der Gesundheit zur Verfügung steht.
Der Organismus muss ständig spezifische und komplizierte Körperbestandteile aus einfachen, unspezifischen durch Resorption aufgenommene Bausteinen aufbauen. Daneben muss er bestimmte Wirkstoffe synthetisieren die für seine Funktionen unerlässlich sind wie Hormone, Enzyme, Immunkörper und vieles mehr. Lebende Organismen befinden sich in einem dynamischen Gleichgewicht. Sie sind einem ständigen Abbau unterworfen und dieser Abbau muss durch eine ständige Neusynthese aus einfachen Bausteinen im gleichen Ausmaß kompensiert werden.

Wenn Sie ihre nächste Mahlzeit auswählen könnten, was wird das sein? Braten mit Klößen und ein Bier? Pizza mit Softdrink? Brotzeit mit Wurst und Käse? Salat mit Hühnchenbrust und Schorle? Ein Shake mit Beeren? Nahrungsmittel bestehen aus Nährstoffen, so dass Faktoren, die unterschiedliche Vorlieben für bestimmtes Essen hervorrufen, sich grundlegend auf den Ernährungszustand des Menschen auswirken.
Verschiedenste Faktoren beeinflussen die Auswahl der Nahrungsmittel. Es ist durchaus möglich, dass das Wissen um diese Einflussfaktoren die Ernährung ändert.

Die durch die verschiedenen Einflüsse entstehenden Ernährungsgewohnheiten sind bei jedem anders, sozusagen sind sie eine eigene persönliche Mischung. Dazu gehören unter anderem Geschmackspräferenzen, zur Verfügung stehendes Geld und die momentane Stimmung. Die eigenen Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel können bis weit zur Ernährung in der Kindheit zurückreichen, wie bestimmte Mahlzeiten oder Gerichte in Erinnerung sind. Es kommt hinzu, das die Ernährung meistens von ethnischen Faktoren beeinflusst ist, was erst beim Wechsel in andere Kulturkreise erkennbar wird. Viele Menschen haben die Absicht sich so zu ernähren, dass sie gesünder werden – aber dieses Vorhaben gelingt nicht, wenn die Informationen über Ernährung inkorrekt sind.
Anstatt sich von Zufällen („zufällig gut ernährt“) abhängig zu machen, können gesündere Ernährungsweisen angeeignet werden, indem die eigenen Kenntnisse hinsichtlich des Wissens und der Wissenschaft um die Ernährung zunehmen.
Etwas zu ändern mag von Nöten sein. Gerade ist der Europäische Gesundheitsbericht 2015 veröffentlicht worden: „Die Europäische Region weist von den Weltregionen den höchsten Alkohol- und Tabakkonsum auf und liegt, was Übergewicht und Adipositas betrifft, nur geringfügig hinter der Region Gesamtamerika – der WHO-Region mit dem höchsten Vorkommen. Das Vorkommen von Übergewicht und Adipositas in den Ländern der Europäischen Region reicht von 45% bis 67%.“
In unserer westlichen Welt ist die Auswahl an Nahrungsmitteln immens. Dennoch greifen wir häufig zu immer derselben Auswahl und lassen die anderen Möglichkeiten außer Acht. Wie kommt es zu diesem „eingeschränkten“ Verhalten?
Eigentlich mag es ganz einleuchtend sein, immer dasselbe zu essen. Es gibt verschiedene Gründe: „das bin ich gewohnt“, „das schmeckt mir“, „ich hab es im Fernsehen gesehen“. Dennoch, was der einzelne isst, entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischen und Umweltfaktoren, an die man sicher nicht denkt, wenn man anfängt zu essen.

17.

Juli

2014

Ernährung und Sport

Zu einem gesunden und aktiven Lebensstil gehört individuelle Ernährung, Bewegung und Entspannung.
Wie sieht das eigentlich bei mir mit der Bewegung aus? Wie und wie lang hab ich mich gestern, heute und überhaupt diese Woche körperlich angestrengt? Die in früheren Zeiten übliche körperliche Arbeitsleistung gibt es heute oft nicht mehr, und der Mensch wird durch Technik. Maschinen, Fahrzeuge und elektronische Hilfsmittel körperlich stark entlastet. In der Freizeit sollte deshalb heute der Ausgleich stattfinden, um dieser für den Körper und der Seele ständigen Bewegungsarmut entgegen zu wirken.

Für die Gesundheit braucht der Körper Anreize durch Bewegung, Ausdauer und Widerstand. Werden Muskeln nicht beansprucht oder trainiert, bauen sie sich ab. Ständige Bewegungsarmut wirkt sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Dehnen oder Stretchen erhält die Beweglichkeit. Mit einer guten Fitness ist in der Regel auch ein guter Gesundheitszustand verbunden und die Lebensfreude steigt. Das Selbstwertgefühl und das Vertrauen auf die Stärke des eigenen Körpers werden verstärkt. Allerdings muss daran stets gearbeitet werden, da sich bei Inaktivität die Fitness schnell zurückbildet. Günstig fürs Herz-Kreislaufsystem sind dynamische Ausdauersportarten wie Laufen, Langlaufen, Radeln, zügig wandern und schwimmen oder aber auch Spiele mit dem Ball. Muskeln hingegen werden nur aufgebaut, wenn gegen Widerstand trainiert wird, das kann durchaus der eigene Körper sein.

Jeder Mensch, ob er nun sportlich aktiv ist oder nicht braucht einen großen Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Energie für Bewegungsabläufe. Die Ernährung muss für jede Person bedarfsgerecht sein und Kalorienbedarf und Kalorienaufnahme sollten sich bei einem normalen Körpergewicht die Waage halten. Alle gesundheitsfördernden Nährstoffe sollten in der Ernährung enthalten sein. Der Nährstoffbedarf ist bei sportlicher Aktivität erhöht.

Die Energieträger sind Kohlenhydrate (Glukose, Fruktose, Di-, Oligo- Polysaccaride [Stärke]) und Fette (Fettsäuren, essentielle Fett, Neutralfette). Als Baustoffe werden Eiweiß (Aminosäuren, essentielle Aminosäuren) und häufig auch Mineralstoffe (z.B. Calcium oder Phosphor) benötigt. Vitamine wie z.B. Vitamin D, E, B-Gruppe, Elektrolyte(z.B. Natrium, Kalium, Magnesium) und Spurenelemente wie Zink, Cobalt oder Kupfer werden ebenso gebraucht wie genügend Flüssigkeit (Wasser) zugeführt werden muss. Ballaststoffe (Zellulose) gehören zu einer vollwertigen Ernährung ebenso dazu. Die verschiedenen Nährstoffe müssen dem Organismus in ausgewogener Form zugeführt werden, damit durch die Ernährung die energetischen und biologischen Bedürfnisse gedeckt werden und die Leistungsfähigkeit aufrechterhalten werden kann. Ein Muskel in Bewegung hat im Vergleich zum Ruhezustand einen 300fach höheren Energieumsatz. Im Allgemeinen ist zu empfehlen, bei ausdauerbetonten Sportarten einen hohen Kohlenhydratanteil zuzuführen, bei Kraftsportarten sollten es die Proteine sein. Proteine aus dem Pflanzenreich und aus Milchprodukten sind dabei zu bevorzugen.